In memoriam Johannes Auersperg

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In memoriam Johannes Auersperg

erstellt am 02. May 2019

In memoriam Johannes Auersperg (1934-2019)

Mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit gibt die Kunstuniversität Graz bekannt, dass                       em. O. Univ.Prof. Johannes Auersperg am 24. April 2019 verstorben ist. Johannes Auersperg war einer der erfolgreichsten Kontrabasspädagogen seiner Zeit, er lehrte von 1971 bis zu seiner Emeritierung 2002 als O.Univ.Prof. am Institut Oberschützen der Grazer Kunstuniversität.

Johannes Auersperg wurde am 29. Jänner 1934 in Salzburg geboren. Nachdem er dreizehnjährig mit dem Spiel des Kontrabasses begonnen hatte, studierte er nach der Matura, die er 1952 am humanistischen Gymnasium in Seckau ablegte, bei H.Prof. Alfred Bürgschwendtner (1928-2010) Kontrabass am Mozarteum und belegte einen Kapellmeisterkurs. Sein Studium beendete er 1957 mit Auszeichnung und geehrt mit der Lilli Lehmann-Medaille. Bereits während des Studiums substituierte er regelmäßig im Mozarteumorchester und war ständiges Mitglied der Camerata academica Salzburg unter Bernhard Paumgartner (1887-1971). Mit beiden Orchestern entstanden viele Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen.1957/58 wurde er Kontrabassist des Wiener Kammerorchesters und nahm Unterricht beim 1. Kontrabassisten der Wiener Philharmoniker Ludwig Streicher (1920-2003).

Zwischen 1958 bis 1965 wirkte Auersperg als Solobassist im Orquestra Filarmónica und Professor am Conservatório Nacional in Lissabon. Neben Solo- und Konzertaufnahmen beim dortigen Rundfunk schätzte er in dieser Zeit vor allem den intensiven Austausch mit und das Lernen von seinen damaligen Kollegen am Konservatorium; rückblickend betrachtete er diese Zeit als die entscheidende Phase seiner weiteren Entwicklung.

1965 kehrte Johannes Auersperg als 1. Bassist des Bruckner Orchester Linz nach Österreich zurück und profilierte sich in kurzer Zeit als gesuchter Pädagoge und Kammermusiker. Im Jahr 1971 (seit 1973 als o.Hochschulprofessor) begann er in Oberschützen mit dem Aufbau einer Kontrabassklasse, die er in kurzer Zeit zu großen und weithin beachten Erfolgen führte, weil er es in (fachlich wie menschlich) außergewöhnlicher Weise verstand, die jungen Menschen in ihrer individuellen künstlerischen Entwicklung so zu fördern, dass aus ihnen nicht nur hervorragende Instrumentalisten, sondern Musikerinnen und Musiker im umfassendsten Sinne des Wortes wurden. Zusammen mit Hans Meister (Trompete) und Josef Hofer (Orgel) bildete Johannes Auersperg das „Österreichische Barocktrio“, das einer regen Konzerttätigkeit nachging und viele Tonaufnahmen hinterließ.

Zu Auerspergs Leidenschaften gehörte auch das Dirigieren. Er leitete unter anderem das Linzer Jugendorchester und das Wiener Jeunesse Orchester, bleibende Verdienste erwarb er sich zwischen 1974 und 1983 als Leiter des Hochschulorchesters Oberschützen. Mit den Studierenden gastierte er mehrfach im Ausland (Schweiz, Ungarn, Italien und der damaligen Tschechoslowakei) und nahm regelmäßig für Rundfunk und Schallplatte auf. In die Zeit der Stabführung Auerspergs fiel in Oberschützen der Übergang vom kleineren Kammerorchester zum hochschulintern institutionalisierten und sinfonisch besetzten Klangkörper, dessen Konzeption noch heute Bestand hat.

2002 wurde Johannes Auersperg emeritiert, blieb aber über viele Jahre hinweg in das Institutsleben integriert. Sein Schüler Univ.Prof. Timothy Dunin wurde sein Nachfolger als Kontrabassprofessor in Oberschützen, neben ihm lehren heute mit Univ.Prof. Denton Roberts und Christian Berg zwei weitere seiner ehemaligen Studierenden an der Grazer Kunstuniversität. Die Liste seiner Absolventen (in die sich früh bereits auch Absolventinnen mischten!) ist lang und höchst prominent, auch nach seiner Emeritierung war sein Rat von vielen jüngeren Bassistinnen und Bassisten weithin gesucht und geschätzt. Welche große persönliche Wertschätzung Johannes Auersperg entgegen gebracht wurde, zeigte sich bei der Feier zu seinem 80. Geburtstag am 25. März 2014 in Oberschützen, bei der sich viele ehemalige Schülerinnen und Schüler aus fern und nah wie in einer großen Familie versammelten.

Mit Johannes Auersperg verlieren das Institut Oberschützen und die Grazer Kunstuniversität eine der prägenden Musikerpersönlichkeiten ihrer Geschichte. Sein reiches Wirken bleibt lebendig, weit über sein Fach hinaus.

                                                                                      Univ.Prof. Dr. Klaus Aringer

 

 

 

 

By: KUG/Unger


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