Archiv und Bibliothek

Archiv und Bibliothek

Alle aktuell in den Katalog eingearbeiteten Medien sind über den der Homepage der Bibliothek Kunstuniversität Graz abrufbar

 

Allgemeine Informationen

Eine Hauptaufgabe der Pannonischen Forschungsstelle ist das Sammeln aller relevanten Quellen zur Erforschung der Blasmusik. Das sind Noten (Partituren, Direktionsstimmen, Aufführungsmaterial, Handschriften und gedrucktes Material ebenso wie Neuerscheinungen), Fachbücher, Zeitschriften, Hochschularbeiten, Dissertationen, Verlagsverzeichnisse und Tonträger. Die Bibliothek enthält heute mehr als 30 000 Exemplare, darunter Blasmusikzeitschriften, Fachbücher, Dissertationen, Verlagsverzeichnisse, Tonträger oder Notenmaterial ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Des weiteren beherbergt die Bibliothek eine fast ebenso umfangreiche Sammlung von Salonorchesterliteratur, die ja historisch gesehen sehr eng mit den Werken für Blasorchester zusammenhängt. Sie umfasst derzeit die meisten deutschsprachigen Blasmusik- Zeitschriften und stellt zahlreiche Bücher zur Blasmusik weltweit zur Benutzung bereit. Nach der Formalerschließung ergab sich eine Summe von ca. 160 verschiedenen Blasmusikfachzeitschriften mit rund 1000 Jahrgängen.

Der umfangreichste Teil des Bestandes ist die Notensammlung. Sie besteht einerseits aus einigen verschiedenen abgeschlossenen Sammlungen mit historischem Notenmaterial, meist Stimmenmaterial, und andererseits aus einer gewachsenen und noch zu erweiternden Sammlung, dem sogenannten „Hauptarchiv“, das ursprünglich in erster Linie aus Direktionsstimmen und Partituren bestand, und mittlerweile durch eine feine Unterteilung in Aufführungsmaterial für verschiedene Orchester- und Ensemblegrößen, pädagogisches Notenmaterial und eine Rara-Sammlung erweitert wurde. Dieses Hauptarchiv (HA) umfasst momentan rund 15 000 Stücktitel von ca. 4000 Komponisten. Ab 2013 wurde beschlossen, von den geschlossenen Sammlungen einige exemplarisch genau zu erschließen. So wurden einige Sammlungen mit historischem, handschriftlichem Material und eine mit gedruckten Noten des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

Seit 2013 ist der Bestand im Gesamten auch nochmals um ca. 10-15% durch Neuerwerbungen und Schenkungen gewachsen (bei den Büchern sogar ein Zuwachs von etwa 20%). Eine große Sammlung für Salonorchester aus dem Wiener Raum der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam als Schenkung hinzu, womit nun der Bestand an Salonorchester knapp 40% einnimmt. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt (12/2018) circa 53% des gesamten Medienbestandes im Bibliothekskatalog erschlossen und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die Forschungsstelle archiviert aber noch tausende Literaturquellen, die noch nicht aufgenommen wurden. Zum Beispielwurde im Mai 2017 eine neue Sammlung geliefert. Es handelt sich um vier Kisten mit aussortierten Noten für Blasorchester von der MV Stadtkapelle Oberwart. Das Material wird sobald wie möglich zur Benutzung und Entlehnung in der Bibliothek zur Verfügung stehen. Die PFS hat auch seit Oktober 2018 eine neue Sammlung für Harmoniemusik erhalten, die circa 20 Schallplatten, 80 CDs und 160 Stücke aus den Jahren 1680 – 1830 umfasst. Diese zum Teil erst ansatzweise erschlossenen Sammlungen bieten reichlich Möglichkeit zu weiterführenden Forschungen. Die Leitung der Zweigstellenbibliothek PFS übernahm 2017 Frau Mag. Verena Paul, die auch eine aktive Musikerin und eine Spezialistin für Blasmusik ist.

 

Die Pannonische Forschungsstelle in Zahlen

Raum von 130 Quadratmeter, 548 Regal-Laufmetern und Regale für Literatur.

Vier Arbeitsplätze für Wissenschaftler und Bibliothekare

Der Bestand umfasst:

  • Handschriften ab etwa 1850
  • Druckausgaben ab 1834
  • Mehr als 45.000 Direktionsstimmen, Partituren, Stimmsätze
  • Historische Bestände von österreichischen Blasorchestern
  • Über 1000 gedruckte Blasmusikwerke aus dem USA
  • Salonorchesterausgaben
  • Umfangreiche Sammlung an internationaler Zeit- und Festschriften von Blasmusikverbänden
  • Fachliteratur zum Blasmusikwesen
  • Über 500 CDs und 150 Schallplatten

Die Medien dieser Spezialbibliothek setzen sich folgendermaßen zusammen:

  • Notenmaterial für Blasmusik: 43 %
  • Musik für Salonorchester: 36 %
  • Bücher und Zeitschriften: 14 %
  • Bücher (ca. 900), Dissertationen und Hochschularbeiten (ca. 200): 7%

Die Sammlungen

Über den Link gelangen Sie zu einer Liste der bereits aufgenommenen Werke

Arbeitermusikverein Judenburg

Es handelt sich hierbei um einen Notenbestand, den der Arbeitermusikverein Judenburg nach 1945 u.a. von der „Kapelle der freiwilligen Feuerwehr der Brauerei Puntigam“ übernommen hatte. Zeit: 1892-1956, einzelnes später.

BBV - Archiv

Das BBV-Archiv ist die Notensammlung des Burgenländischen Blasmusikverbandes: Aufführungsmaterial, Direktionsstimmen, Spielmusik für Kleingruppen, Schulen. Liste der enthaltenen Werke: Notenbestand BBV

BM –Blasmusikarchiv

Das „Blasmusikarchiv der Musikhochschule Graz“ ist ein in den 1970/80er Jahren angekaufter antiquarischer Notenbestand des „3. Großherzoglich Hessisches Infanterie-Reg. / Leibregiment No. 117“. Dieser Bestand stammt zu 90% aus Deutschland, zu einem großen Teil aus dem Raum Stuttgart und umfasst mehr als 2050 Werke aus der Zeit um 1860 – 1918.

BMB -Blasmusik Brixel

Dies ist das ehemalige Privatarchiv von Prof. Eugen Brixel (†2000).  Es beinhaltet in erster Linie Notenmaterial für Salonorchester und kleinere Besetzung aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Eisenbahner Graz

Dieses Konvolut umfasst das historische Material des Musikarchives des heutigen „Eisenbahn Musikverein der Europastadt Graz“, von den Anfängen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es beinhaltet Noten (teilweise handgeschrieben) für Blasorchester, Militärorchester und auch Salonorchester.

HA – Hauptarchiv

Die zentrale Sammlung der Pannonischen Forschungsstelle (PFS) ist das „Hauptarchiv, welches ab 1990 angelegt wurde. Es umfasst momentan ca. 15.000 Werke - Direktionenstimmen, Partituren und Solowerke, Probepartituren diverser Blasmusikverlage - von knapp 4000 Komponisten und wird laufend erweitert.

Salonorchester Habla

Sammlung von Salonorchesternoten mit Saxophonbesetzung aus der Zeit ab 1950. Ohne Signatur.

Sammlung Camus

Diese Sammlung wurde der PFS von Prof. Raoul Camus, New York, welcher im Sommersemester 1995 in Oberschützen eine Gastprofessur inne hatte, überlassen. Sie beinhaltet Partituren, Studienpartituren, Direktionsstimmen und Aufführungsmaterial, im Gesamten über 1000 Stk., von amerikanischen Verlagen ab den 1930iger Jahren aufwärts.

Sammlung Harmoniemusik - Eric Baude

Ca. 20 Schallplatten, 80 CDs und 160 Stücke (Druckausgaben) aus den Jahren 1680 – 1830. Ohne Signatur.

Sammlung Hitzendorf

Bis in die 90er Jahre befand sich das Notenmaterial in Steinberg in der Nähe der Gemeinde Hitzendorf (Stmk.). Dieser Bestand, aus den Jahren 1880 – 1946, wurde durch den Postbeamten und Kapellmeister Rupert Walter in seine jetzige Form gebracht. 194 Bände enthalten Kompositionen für Blasorchester (HBM), für Salonorchester und großes Orchester (HSO) sind es 299 Bände. Ein großer Teil der Noten (es handelt sich durchgehend um Stimmenmaterial) ist handschriftlich.

Sammlung Mureck

Viel handschriftliches Material (Stimmen + Direktion und/oder Partitur), in erster Linie aus dem Besitz  „Alp. Jäg. Bat. Steiermark 10 Regimentsmusik“. Vieles in Graz, Laibach und Klagenfurt arrangiert. Zeit: zwischen 1867 – ca. 1913. Ohne Signatur.

Sammlung Mürzzuschlag

Gedrucktes Salonorchestermaterial, einiges mit Saxophon. Zeitliche Einordnung: Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert. Ohne Signatur.

Sammlung Neustift

Dies ist ein Bestand, der gleich durch mehrere Hände ging: ursprünglich stammte dieser Bestand von Kapellmeister Anton Fridrich (1849 – 1924), dann wurde er von Josef Hexmann (1890 – 1981) übernommen und zuletzt war er im Besitz von Josef Zangl (geb. 1917), wohnhaft in Neustift an der Lafnitz. Inhalt: Partituren, Blasmusik, Schrammel und Salonorchester.

Sammlung Oberwart - Ferdinand Rauscher

Salonorchester benutzt im Raum Wien. Druckausgaben des 20. Jahrhunderts. Ohne Signatur.

Sammlung Schönfeldinger

Diese Sammlung ist der aufgelassene Notenbestand der legendären Kapelle Schönfeldinger in Bernstein und wurde in den 1990er Jahren von Familie Schönfeldinger an die Pannonische Forschungstelle übergeben. Einerseits enthält sie Klavierausgaben von Schlagernoten und andererseits Stimmausgaben für Tanzorchester oder Salonorchester, alles aus den 1960er und -70er Jahren. Ohne Signatur.

Suppan-Noten

Noten für Blasmusik, Stimmbücher, etc. Anfang 19. Jahrhunderts bis ca. 1945. Ohne Signatur.

Georg Druschetzky, „Arrangement Opus 20 (Beethoven)“ für Oktett, 1812 Privat Foto 2019. Copyright PFS
C. F. Müller, „Holländische Armee-Märsche“, Autographe, ca. 1840-1850 Privat Foto 2019. Copyright PFS
Anton Seifert, „Potpourri nach der Oper Il Trovatore“ (Verdi), 22.11.1862 Privat Foto 2019. Copyright PFS
Julius Fučik: „Requiem aeternam dona eis Domine“, Autographe, Sarajevo 1899 Privat Foto 2019. Copyright PFS

Benützung & Services

Die Zweigstellenbibliothek ist öffentlich und kostenfrei zugänglich.

Die Bibliothek hat keine fixen Öffnungszeiten, aber sie ist allgemein von Montag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung mit Terminabsprache wird empfohlen.

Bücher, Fachzeitschriften, wissenschaftliche Arbeiten, Notendrucke mit Stimmen, Partituren, Musiktonträger etc. werden zur Benutzung bereitgestellt. Musikhandschriften und seltene historische Drucke stehen nach Rücksprache zur Verfügung.

Der Bestand kann über den Onlinekatalog UBKUG recherchiert werden.

Sofern es sich nicht um Autographen handelt oder sofern nicht dadurch der Einband beschädigt würde, können Fotokopien oder Scans angefertigt werden. Kopien dürfen nur für persönliche Studienzwecke verwendet und nicht an Dritte weitergegeben werden.

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