Die Kunstuniversität Graz trauert um Bernhard Habla (1957-2016)

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Die Kunstuniversität Graz trauert um Bernhard Habla (1957-2016)

erstellt am 06. September 2016

Nachruf von Univ.Prof. Dr. Klaus Aringer, Vorstand des Instituts Oberschützen

Mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit gibt die Kunstuniversität Graz bekannt, dass Dr. Bernhard Habla nach schwerer Krankheit am Mittwoch, den 31. August 2016 im 60. Lebensjahr verstorben ist.

Bernhard Habla wurde am 24. Februar 1957 in Göppingen (Deutschland) geboren. Nach dem Abitur belegte er an der Universität Würzburg Musikwissenschaft als Hauptfach sowie die Nebenfächer Kunstgeschichte und Volkskunde. Das Studium schloss er 1984 mit dem Magister-Examen ab und setzte seine musikwissenschaftlichen Studien danach in Graz an der Karl-Franzens-Universität bei Rudolf Flotzinger und an der Kunstuniversität bei Wolfgang Suppan fort. Hier beeinflussten zunehmend ethnologische und anthropologische Aspekte sein wissenschaftliches Denken als Musikhistoriker und er spezialisierte sich auf die Geschichte der Blasinstrumente. 1990 promovierte er mit einer Studie zu „Besetzung und Instrumentation des Blasorchesters seit der Erfindung der Ventile für Blechblasinstrumente bis zum Zweiten Weltkrieg in Österreich und Deutschland“, das seit der Drucklegung (Tutzing 1990) als Standardwerk gilt.

Bereits während des Studiums wirkte er als Mitarbeiter des Instituts für Musikethnologie der Kunstuniversität, 1990 kam er als Assistent im Rahmen eines FWF-Projekts an die damalige Expositur Oberschützen. Dort gründete er zusammen mit Peter Forcher das Pannonische Blasorchester (dem er bis 2013 als Präsident vorstand) und baute mit der Pannonischen Forschungsstelle (der seit 2013 das Internationale Zentrum für Blasmusikforschung angegliedert ist) eine musikwissenschaftliche Forschung am Institut in enger Verbindung mit der Internationalen Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Blasmusik (IGEB) auf. In dieser Gesellschaft fungierte er seit 1985 zunächst als Generalsekretär, seit 2000 als Präsident. Eine Vielzahl von ihm organisierten wissenschaftlichen Tagungen und Veröffentlichungen (u.a. als Herausgeber der Reihe „Alta Musica“) bestimmten Hablas immenses Arbeitspensum. Seit 1997 betreute er als wissenschaftlicher Leiter zudem das Österreichische Blasmusikmuseum in Oberwölz. Der Ausbau der Sammlung sowie viele Sonderausstellungen zeugen davon, dass ihm diese Tätigkeit ein besonderes Herzensanliegen war.

Eine Reihe von Auszeichnungen würdigten seine großen Verdienste um die Erschließung der Blasinstrumente und der Bläsermusik, zuletzt verlieh ihm 2015 der Burgenländische Blasmusikverband das Große Ehrenzeichen in Gold.

Bernhard Habla erfreute sich auch als akademischer Lehrender großen Zuspruchs der Studierenden, unter seiner behutsamen Führung erwuchs eine Fülle an intensiv betreuten Bachelor- und Magister- (Master-)Arbeiten, die zur Erhellung der regionalen Musikgeschichte erheblich beigetragen haben. In den von ihm gestalteten Harmoniemusikprojekten band er die Studierenden auch in die musikwissenschaftliche Erschließung der Quellen ein und regte eine fantasievolle Vermittlung an das heutige Publikum an. Von seiner einzigartigen Kreativität und Initiativkraft, aber auch von seiner handwerklichen Geschicklichkeit profitierte vor allem die jährlich im Sommer durchgeführte Veranstaltung „Ein Dorf voll Musik“.

Bernhard Hablas Kompetenz, seine Menschlichkeit und sein Humor werden weit über das Institut und die Kunstuniversität hinaus vielen Menschen sehr fehlen. Das Institut Oberschützen und die Kunstuniversität Graz betrauern seinen allzu frühen Tod und bewahren ihm ein ehrendes Andenken.




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