GEDENKKONZERT in memoriam Bernhard Habla

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GEDENKKONZERT in memoriam Bernhard Habla

erstellt am 24. Januar 2017

Samstag, 4. Feber 2017, 19.30 Uhr, Jenö Takács Saal, Kultur- und Universitätszentrum Oberschützen; Pannonisches Blasorchester Oberschützen

 

 

 

 

 

 

          Foto: KUG/Unger

 

In memoriam Bernhard Habla

Am Mittwoch, 31. August 2016 verstarb unser Kollege Bernhard Habla nach längerer schwerer Krankheit. Er wirkte 26 Jahre an unserem Institut und hätte im Februar nächsten Jahres seinen 60. Geburtstag gefeiert. Wir verlieren mit Bernhard Habla einen Kollegen, der weit über seinen Aufgabenbereich das Institut Oberschützen auf sehr persönliche und unverwechselbare Art prägte.

Musik war für Bernhard Habla keine selbstvergessene, von der Welt isolierte Kunst. Sie war ihm menschliche Notwendigkeit, in allen ihren Erscheinungsformen. Indem er seine wissenschaftliche Karriere der Blasmusikforschung, einem von der breiten Fachzunft in Europa vernachlässigten und gering geschätzten Forschungszweig, widmete, nahm er einen steinigen, von mancherlei Rückschlägen und Enttäuschungen gesäumten Weg auf sich. Dass ihn dieser Weg an die Grazer Kunstuniversität und nach Oberschützen führte, war ein Glücksfall. Heute mag es tröstlich sein sagen zu können, dass er als Vorreiter auf diesem Gebiet manchen großen Stein (aber beileibe nicht alle Vorurteile) aus dem Weg räumen konnte und so künftigen Forschergenerationen eine Basis hinterlassen hat, die mit seinem Namen national wie international immer in Verbindung bleiben wird. Das 2013 von ihm mit großem Stolz eröffnete „Internationale Zentrum der Blasmusikforschung“ in Oberschützen bleibt seinen Ideen verpflichtet.

Bernhard Habla hätte ein glänzender Spezialist und Außenseiter der Zunft sein können, allein dies war gegen seine menschlich bescheidene Natur, gegen seine Kommunikationsfähigkeit, gegen seine Vorstellungen von wissenschaftlicher „Gemeinschaft“. Nur verbohrte Engstirnigkeit, bürokratischer Kleingeist und sinnlose Vereinsmeierei konnte ihm kurzzeitig die Zornesröte ins Gesicht treiben. Bei ihm, dem Liebhaber alles Witzigen und Skurrilen, einem Sammler aus Passion, erhielt auch die wissenschaftliche Annäherung an die Kunst etwas unvergleichlich Leichtes, von jeder Schwere Befreites. Dies galt auch für die Lehre,  viele Generationen von Studierenden werden davon noch lange erzählen können.

Bernhard Habla blieb bei aller Gelehrsamkeit  bodenständig wie kaum ein anderer Kollege, seit Gründung der Expositur war Oberschützen auch menschlich sein „Zuhause“ geworden. Zur Institutsjubiläumsfestschrift im letzten Jahr durfte deshalb ein Beitrag aus seiner Feder über die „Expositur aus Dorfsicht (nach Interviews und Wirtshausgesprächen)“ nicht fehlen. Geselligkeit, die Anteilnahme am Leben der Vereine und Gemeinde waren von der Person Bernhard Hablas nicht zu trennen. Ironisch bezeichnete er sich immer wieder als „Dorfmusikwissenschaftler“, womit er nicht nur seiner Distanz zu vielen modischen Trends des Faches, sondern seiner besonderen Verbundenheit mit seinem Wirkungsort dankbaren Ausdruck verlieh.

In den letzten zehn Jahren trotzte er seine Aktivitäten zahlreichen Beeinträchtigungen seiner Gesundheit ab. Nach jeder krankheitsbedingten Abwesenheit kam er immer wieder in unsere Mitte zurück und schien uns weitgehend der Alte. Er strahlte Gelassenheit und Zuversicht aus, war deshalb vielen ein Vorbild. Unser Mitgefühl und unsere große Trauer über seinen Verlust gilt jetzt seinen Angehörigen, allen voran seiner Frau. Auch wenn er nun nicht mehr zu uns zurückkehren kann, bleibt er denen, die ihn kannten und die seine Texte weiter lesen werden, im Geiste erhalten. Wir hoffen sehr, dass er sich nun in jener „beßren Welt“, im „Himmel beßrer Zeiten“ befindet, von der uns das Gedicht Franz von Schobers „Du holde Kunst“ in der Vertonung Franz Schuberts so eindrücklich kündet.

Univ.Prof. Dr. Klaus Aringer

Vorstand des Instituts Oberschützen



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